Postillonbschung 2006

  

Geschrieben von Jrgen Hensle am 8.4.2006

 Auf und ab

 Der Winter 2004/2005 war fr den Postillon eine Katastrophe! Ab Ende Februar bis Mitte Mrz lag berall am Kaiserstuhl und selbst an den warmen Sdbschungen stets eine hohe Schneedecke. Die Wetterlage war zu dieser Jahreszeit stets frostig und dazu ausgesprochen schneereich. Wie der Schnee wegtaute, fiel auch sofort neuer. Nun vertrgt die Postillon-Raupe zwar problemlos auch strkeren Frost, aber sie muss eben den Winter ber durchfressen und das kann sie unter einer geschlossenen Schneedecke nicht. Da nun im Sptwinter 2005 drei Wochen lang Schnee auf ihren Futterpflanzen lag, sind somit fast alle Raupen verhungert. Den ganze Frhling und Sommer ber konnten wir somit nicht einen einzigen Postillon antreffen.  Da der Mrz 2005 auch an der nrdlichen Mittelmeerkste extrem kalt und schneereich war, sind auch dort fast alle Raupen eingegangen. Ein Einflug aus Sdeuropa war somit nicht zu erwarten und blieb dann auch aus. Erst im Herbst zeigten sich im Umfeld der Postillon-Bschung einzelne Falter, insgesamt ganze vier Exemplare. Sicher viel zu wenig, um eine berlebensfhige Population zu erhalten. Und da sich die so untypische Wetterlage im Mrz 2006 wiederholte - am 5.3.2006 lag auf den Bschungen 30 cm Neuschnee - ist anzunehmen, dass die Populationen des Postillons nun in Deutschland als vorbergehend ausgestorben betrachtet werden mssen. Eine erneute Einwanderung ist somit erforderlich.

 Aber selbstverstndlich geben wir die Pflege seiner Bschung deshalb nicht auf!

Die eingesten Pflanzen, von Rotklee und Luzerne einmal abgesehen, sind wieder nicht angewachsen. Die Zahnwurz hingegen gedeiht prchtig. Daher haben wir im Herbst 2005 einige Pflanzen der Aufrechten Osterluzei angepflanzt. Auch dies eine am Kaiserstuhl einst hufige, nun aber fast vollstndig ausgestorbene Pflanze.

Auch die Bekmpfung der Hybridweiden war ein voller Erfolg, denn das Abdecken der Weiden mit Kunststoffplanen hatte sich bestens bewhrt. Die Planen blieben bis Oktober 2005 ber den Baumstmpfen und diese sind darunter eingegangen. (Abb. 1). Daher haben wir im Winter 2006 erneut alle Weiden auf den Stock gesetzt (Abb. 2). Anschlieend gruben wir einen Graben um die Baumstmpfe und legten schwarze Plastikplane darber (Abb.3).

Abb. 1 Abb. 2
Abb. 3 Lavabombe

  Fotos. Jrgen Hensle © 2006     

Auf die umgebende Vegetation brauchten wir dabei keine R
cksicht zu nehmen. Denn rund um die Weiden wachsen neben Sauergrsern vor allem sehr viele Goldruten, eine aus Nordamerika stammende Plagepflanze, die am Kaiserstuhl bereits sehr viele Bschungen komplett berwuchert und die heimische Vegetation teilweise vollstndig verdrngt hat. Die Bekmpfung dieser Pflanzen durch mhen ist sehr langwierig. Diese Pflanzen gruben wir nun aus und fllten damit den ausgehobenen Graben ber der Plane wieder auf. An den so entstandenen nackten Erdstellen wollen wir erneut Saatgut heimischer Pflanzen ansen, sobald es etwas wrmer geworden ist.

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