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Diese Böschung ist zudem Heimat vieler anderer wärmeliebender Insekten. Alleine 36 Tagfalterarten konnten wir hier zählen. Es ist nicht alleine ihre besondere Wärmelage, die sie für Schmetterlinge so attraktiv macht. Es ist vor allem auch das kleinräumige Mosaik aus Halb- und Volltrockenrasen, artenreichem Gebüsch und einem etwas feuchteren, mit Weiden bewachsenen Abschnitt. Ende Februar 2003 wurde dieser wertvolle Biotop widerrechtlich von einem Unbekannten auf fast der ganzen Länge abgeflämmt. Nur wenige Stellen mit besonders lückiger Grasdecke wurden von dem Feuer verschont. Der Schaden an der Vegetation hielt sich in Grenzen. Nur die Kanadische Goldrute breitete sich stark aus, wie dies für rhizombildende Steppenarten nach einem Brand typisch ist. Und fast alle Tagfalterarten, die zuvor an der Böschung heimisch waren, flogen in den nächsten Monaten aus der Umgebung wieder ein. Die Frage war nun, hat auch der Postillion dies Feuer überlebt ? Seine nächsten dauerhaften Populationen finden sich bei Bad Bellingen im Markgräfler Land und bei Rouffach im Oberelsaß, danach erst wieder im Wallis, im Tessin und in Südfrankreich. Auf unser Betreiben hin bekamen
wir von der Gemeindeverwaltung schließlich im Sommer 2003 die Erlaubnis, die
Böschung zu renaturieren und zukünftig ordnungsgemäß zu pflegen. Es bestand die Gefahr, dass
diese Böschung im Laufe der Jahre mit Büschen und Sträuchern zuwachsen würde.
Stellenweise breitete sich bereits Brombeer- und Waldrebengestrüpp aus, ebenso
wilde Pfropfunterlagen von Weinstöcken.
Diese Pflanzen herauszumähen war unser erstes Hauptanliegen des Sommers 2003.
Bei einem dieser Arbeitseinsätze unter sengender Juli-Sonne zeigten
sich zwei Postillon - Männchen, da wussten wir, dass sich die Mühe gelohnt
hatte. Im August erfolgte zudem ein starker Einflug des Postillons aus
Südfrankreich und Norditalien nach ganz Mitteleuropa, sodass der Falter auch an
„seiner“ Böschung bald wieder so häufig war, wie in den Jahren zuvor. |
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Räuberische Spinnen und Insekten
sind an den warmen Südböschungen den Winter über an sonnigen Tagen ebenso
aktiv, wie die Postillon-Raupen, so dass ihnen fast alle zum Opfer fallen. Die
1. Generation, die im Mai fliegt, ist stets nur in wenigen Exemplaren
anzutreffen. Erst im Laufe des Sommers wird der Falter häufiger, um dann im
Herbst das Maximum seiner Häufigkeit zu erreichen. Im Winter wurden als Pflegemaßnahmen in der Gehölzzone einige
Feldahornbüsche und Grauerlen entfernt, um selteneren Arten wie dem
Blasenstrauch und dem Sanddorn, aber auch zwei Kirschbäumen mehr Platz zu
geben. Vor allem aber mussten die einst zur Stabilisierung der Böschung
gepflanzten Hybridweiden zurückgeschnitten werden. Diese wachsen extrem
schnell, ungehindert würden sie in wenigen Jahren als hohe Bäume, den
Halbtrockenrasen zu sehr beschatten. Im März 2004 wollen wir Sommer- und
Goldastern, sowie andere nektarspendende Blumen einsäen, um diesen Biotop
weiter aufzuwerten. An der Postillon-Böschung sind folgende
weitere Tagfalterarten dauerhaft heimisch: Schwalbenschwanz,
Senfweißling, Reals Senfweißling, Südlicher
Heufalter, Großer Kohlweißling, Kleiner Kohlweißling, Rapsweißling,
Aurorafalter, Kleiner Feuerfalter, Brombeer-Zipfelfalter, Zwergbläuling,
Kurzgeschwänzter Bläuling, Alexis-Bläuling, Schwarzfleckiger Ameisenbläuling,
Kronwicken-Bläuling, Kleiner Sonnenröschen-Bläuling, Gemeiner Bläuling,
Silbergrüner Bläuling, Himmelblauer Bläuling, Admiral, Waldbrettspiel,
Mauerfuchs, Braunauge, Gemeines Wiesenvögelchen, Schornsteinfeger, Kuhauge,
Schachbrett, Blauäugiger Waldportier. Folgende Arten treten dort nicht jedes Jahr,
bzw. nicht das ganze Jahr über auf: Goldene Acht, Zitronenfalter, Kleiner Perlmuttfalter, Distelfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, C-Falter, Samtfalter. Im Jahr 2003, dem besten
Wanderfalterjahr seit Jahrzehnten sind hier zudem einige Raritäten, wie der
Große Wanderbläuling oder – um einen Nachtfalter zu nennen – die
Baumwollkapseleule beobachtet worden. |
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